Prüfung von Wohnungslüftungsgeräten

Logo - WohnungslüftungDas Europäische Testzentrum für Wohnungslüftungsgeräte (TZWL) e.V. prüft seit 1995 Wohnungslüftungsgeräte und Wärmepumpen. Im Zeitraum von 1995 bis Ende 2009 wurden 124 Prüfungen von Wohnungslüftungsgeräten für 39 verschiedene Hersteller durchgeführt. Die Prüfungsergebnisse werden in unserem >>>TZWL-Bulletin, Liste für Wohnungslüftungsgeräte mit und ohne Wärmerückgewinnung", veröffentlicht.

Wohnungslüftungsgeräte dienen zur mechanischen Be- und Entlüftung von Häusern, Wohnungen und einzelnen Räumen. Sie haben die Aufgabe, einen kontinuierlichen Luftwechsel zu gewährleisten. Der Einsatz von mechanischen Wohnungslüftungsgeräten lohnt sich. Die Schadstoff- und Geruchsbelastung der Wohnräume wird gesenkt und die Luftqualität verbessert. Zusätzlich kann durch den richtigen Einsatz dieser Technik eine signifikante Energie- und Betriebskosteneinsparung erreicht werden. Die Schadstoff- und CO2-Emissionen der Gebäudewärmeversorgung werden deutlich verringert.

 

  • Reduzierung der gesundheitlichen Belastung durch gute Luftqualität:

    Durch die stetige Zufuhr von Frischluft wird das Risiko des Einatmens von gesundheitsschädlichen Luftinhaltstoffen aus Bauprodukten, Einrichtungsgegenständen und Farben, Milben und Schimmelpilzen u.a.m. durch nicht ausreichende Be- und Entlüftung stark minimiert. Der Abtransport von Schadstoffen, Wasserdampf und Kohlendioxid sorgt zudem für ein besseres Raumklima und erhöht das Wohlbefinden.

     

  • Energieeinsparung und Heizkostenreduzierung:

    Bei Wohnungslüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung kann die in der Abluft von Wohnräumen enthaltene Wärme zurückgewonnen und dem Wohnbereich wieder zugeführt werden. Die schlechte, „verbrauchte“ Luft wird als Fortluft nach außen geleitet. Der Einsatz der konventionellen Heizung wird dabei signifikant vermindert und wertvolle Energieressourcen werden eingespart. Durch den reduzierten Bedarf an Gas, Strom oder Erdöl sind die Heizkosten reduziert. Mit heutigen Wohnungslüftungsgeräten ist eine Rückgewinnung von 80 bis ca. 250% der in der Abluft enthaltenen Wärme möglich. Niedrige Werte der Wärmerückgewinnung stehen für Wohnungslüftungsgeräte mit Wärmeübertragern. Diese stellen je eingesetzter kWh Strom das 20-fache und mehr an Wärme bereit. Über hohe Wärmerückgewinnungsgrade verfügen Wohnungslüftungsgeräte in Kombination mit elektrischen Wärmepumpen. Die höhere Leistung dieser Geräte geht einher mit niedrigeren Stromkennzahlen; das heisst bis zu ca. 5 kWh Wärme je kWh Strom. Im Passivhaus kann die zurück gewonnene Wärme den kompletten Jahresheizenergiebedarf decken.

     

Das folgende Diagramm (Bild 1) zeigt eine Übersicht über die unterschiedlichen Gerätetypen und Systeme.

Bild 1 - Geräteübersicht für Wohnungslüftungssysteme

Bild 1 - Geräteübersicht für Wohnungslüftungssysteme, © W. Reiners, 15.02.2008

 

Die Technik der Wohnungslüftung gliedert sich in zwei Bereiche. Bei der zentralen Wohnungslüftung versorgt ein Wohnungslüftungsgerät ein gesamtes Gebäude oder einen Gebäudeteil mit Frischluft. Wie in der Beispielgrafik (Bild 2) zu erkennen ist, werden die Wohnräume über ein Kanalsystem mit frischer Zuluft versorgt. Über die Diele strömt die Luft in Küche und Bad und wird von dort über den Fortluftkanal wieder ins Freie geleitet.

Bild 2 - Zentale Wohnungslüftung

Bild 2 - Zentrale Wohnungslüftung

 

Bei der dezentralen Wohnungslüftung wird ein Raum von jeweils einem einzelnen Wohnungslüftungsgerät mit Frischluft versorgt. Auch dezentrale Geräte können Wärme zurückgewinnen.

 

>>>TZWL-Ansprechpartner: Dipl.-Ing. (FH) Taner Özbiyik

>>>TZWL-Ansprechpartner: Michael Köntopp

>>>TZWL-Ansprechpartner: Jörg Köntopp