Prüfstelle Wohnungslüftung

Wohnungslüftung: Grundlagen

Die Wohnungslüftung dient zur freien oder mechanischen Be- und Entlüftung von Häusern, Wohnungen und einzelnen Räumen. Sie hat die Aufgabe, einen (kontinuierlichen) Luftwechsel zu gewährleisten. Der Einsatz von mechanischen Wohnungslüftungsgeräten lohnt sich. Die Schadstoff- und Geruchsbelastung der Wohnräume wird gesenkt und die Luftqualität verbessert. Zusätzlich kann durch den richtigen Einsatz dieser Technik eine signifikante Energie- und Betriebskosteneinsparung erreicht werden. Die Schadstoff- und CO2-Emissionen der Gebäudewärmeversorgung werden deutlich verringert.

 

 

Systeme der Wohnungslüftung

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Bild 1 - Systeme der Wohnungslüftung, © TZWL, 2011

 

Die Technik der Wohnungslüftung gliedert sich in zwei Bereiche. Der Bereich der freien Lüftung fasst alle Maßnahmen und technische Installationen zusammen, die ohne mechanische Hilfsmittel (Ventilator) für Frischluft sorgen. Luftbewegungen kommen dabei nur durch einen natürlichen Druckunterschied (Differenzdruck) zum Außenbereich zustande, der durch Winddruck und Thermik hervorgerufen wird. Die freie Lüftung ist zwar kostengünstig zu realisieren, aber durch ständig wechselnde klimatische Bedingungen unkontrollierbar. Gleichbleibende Raumluftqualität und Wohnkomfort sind damit nicht zu erreichen. Die in der Abluft gespeicherte Wärme geht verloren. Feuchteschutz kann allerdings über eine freie Lüftung realisiert werden.

 

Bei der ventilatorgestützten Wohnungslüftung sorgt der Ventilator für einen kontrollierten Luftaustausch. Man spricht deshalb von der kontrollierten Wohnungslüftung. Die kontrollierte Wohnungslüftung hat gegenüber der freien Lüftung viele Vorteile (s.u.) ist jedoch auch aufwändiger und somit kostenintensiver zu realisieren. In Verbindung mit einer Wärmerückgewinnung kann die in der Abluft enthaltene Wärme zurück gewonnen werden. Diese Energieeinsparung dient langfristig zur Amortisation der höheren Einbaukosten.

 

 

Reduzierung der gesundheitlichen Belastung durch gute Luftqualität

Durch die stetige Zufuhr von Frischluft wird das Risiko des Einatmens von gesundheitsschädlichen Luftinhaltstoffen aus Bauprodukten, Einrichtungsgegenständen und Farben, Milben und Schimmelpilzen usw. durch nicht ausreichende Be- und Entlüftung stark minimiert. Der Abtransport von Schadstoffen, Wasserdampf und Kohlendioxid sorgt zudem für ein besseres Raumklima und erhöht das Wohlbefinden.

 

 

Energieeinsparung und Heizkostenreduzierung

Bei Wohnungslüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung kann die in der Abluft von Wohnräumen enthaltene Wärme zurück gewonnen und dem Wohnbereich wieder zugeführt werden. Die schlechte, "verbrauchte" Luft wird als Fortluft nach außen geleitet. Der Einsatz der konventionellen Heizung wird dabei signifikant vermindert und wertvolle Energieressourcen werden eingespart. Durch den verringerten Bedarf an Gas, Strom oder Erdöl reduzieren sich die Heizkosten.

 

Mit heutigen Wohnungslüftungsgeräten ist eine Rückgewinnung von 80% bis ca. 250% der in der Abluft enthaltenen Wärme möglich. Niedrige Werte der Wärmerückgewinnung stehen für Wohnungslüftungsgeräte mit Wärmeübertragern. Diese stellen je eingesetzter kWh Strom das 20-fache und mehr an Wärme bereit. Über hohe Wärmerückgewinnungsgrade verfügen Wohnungslüftungsgeräte in Kombination mit elektrischen Wärmepumpen. Die höhere Leistung dieser Geräte geht einher mit niedrigeren Stromkennzahlen; das heißt bis zu ca. 5kWh Wärme je kWh Strom. Im Passivhaus kann die zurück gewonnene Wärme den kompletten Jahresheizenergiebedarf decken.

 

 

Realisierung einer zentralen, kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung

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Bild 2- Zentrale Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung, © TZWL, 2011

 

Eine typische und wirtschaftlich sinnvolle Anwendung zeigt Bild 2 in Form einer zentralen, kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung. Dabei wird an einem zentralen Ort der Wohnung/des Gebäudes ein Wohnungslüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung installiert. Über einen Außenluftkanal (AU, grün) wird frische Außenluft in das Wohnungslüftungsgerät gesaugt. Die Luft wird dort mittels Wärmerückgewinnung aus der Abluft aufgeheizt und über den Zuluftkanal (ZU, rot) der Wohnung zugeführt. In diesem Fall gibt es Zuluftöffnungen im Schlafzimmer und im Wohnbereich. In der Küche und im Bad, also in den Räumen in denen häufig schlechte Gerüche entstehen, wird die Abluft abgesaugt und über den Abluftkanal (AB, gelb) dem Wohnungslüftungsgerät zugeführt. Die Diele fungiert als Überstrombereich. Im Wohnungslüftungsgerät wird der Abluft ihre Wärme entzogen, und über den Fortluftkanal (FO, braun) aus der Wohnung/dem Gebäude abgeführt. So entsteht eine ständige, kontrollierte Durchlüftung des Gebäudes bei gleichzeitiger Rückgewinnung der Heizwärme.

 

Eine Alternative zur gezeigten zentralen Anordnung sind dezentrale Wohnungslüftungsgeräte. Auch diese können eine Wärmerückgewinnung beinhalten. Im Gegensatz zur zentralen Wohnungslüftung versorgen dezentrale Geräte nicht die gesamte Wohnung, sondern nur einzelne Räume oder Teilbereiche der Wohnung. Sie eignen sich daher oft zur Nachrüstung. Detaillierte Informationen zu dezentralen und zentralen Wohnungslüftungsgeräten und zu deren Einsatzmöglichkeiten finden Sie in unsererem  >>Infoportal Wohnungslüftung.

 

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